Bewusstsein ist nicht etwas,
das man erreicht.
Etwas, das man wiedererkennt.
Der Kaśmīr-Śaivismus — eine phänomenologische Philosophie aus dem 8. bis 11. Jahrhundert, die das Bewusstsein nicht als Errungenschaft beschreibt, sondern als Grund.
Was ist dort, bevor etwas ist?
Die westliche Philosophie nennt es das Hard Problem: Wie entsteht Erleben aus Materie? Der Kaśmīr-Śaivismus dreht die Frage um. Erleben ist nicht das, was erklärt werden muss. Es ist das, von wo aus erklärt wird.
Dieser Unterschied ist nicht nur akademisch. Er ändert die Praxis.
Vimarśa — das
Selbstgewahrsein
des Bewusstseins.
Vimarśa ist nicht ein weiterer Akt des Denkens. Es ist das, was das Denken von innen erleuchtet. Ohne diesen stillen Mitvollzug wäre jede Erfahrung nur ein Ereignis unter Ereignissen — nicht meine.
Die Spannung: Vimarśa ist zu nah, um angeschaut zu werden. Jeder Versuch, es zu finden, setzt es schon voraus.